TV-Board Zuschnittliste — vom Außenmaß zur Teileliste
Außenmaße eingeben, fertige Zuschnittliste erhalten: jedes Teil mit Maß, Stückzahl und Faserrichtung — die Plattenstärke wird korrekt abgezogen.
Updated: 27. Juli 2026
Der häufigste Fehler beim Möbelbau passiert nicht an der Säge, sondern auf dem Notizzettel. Sie messen die Nische aus: 1600 mm breit, 450 mm hoch. Sie geben dem Zuschnitt zwei Seiten mit 450 mm in Auftrag — und beim Zusammenbau steht ein 486 mm hohes Board vor Ihnen, weil Deckel und Boden aus 18-mm-Platte oben und unten noch dazukommen. In die Nische passt es nicht. Die Platte ist geschnitten, bekantet, bezahlt.
Eine Zuschnittliste übersetzt die Außenmaße eines Möbels in die Maße der Teile, die tatsächlich geschnitten werden. Der Unterschied ist die Plattenstärke: Jedes Teil, das zwischen zwei andere Platten kommt, ist genau um deren Stärke kürzer. Dieser Rechner nimmt Ihnen den Abzug ab und liefert Maß, Stückzahl und Faserrichtung für jedes Teil.
Voreingestellt ist ein TV-Board mit 1600 × 450 × 400 mm und einer Mittelseite. Ziehen Sie den Höhenregler und beobachten Sie das Seitenmaß in der Tabelle: immer zwei Plattenstärken weniger als die eingestellte Höhe.
Wie benutzen Sie den Rechner?
Vier Schritte, und das Ergebnis geht direkt zum Zuschnitt oder in den Optimierer.
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Möbeltyp wählen
TV-Board, Bücherregal oder Schrank. Alle drei nutzen dieselbe Korpuslogik: Deckel und Boden laufen durch, die Seiten sitzen dazwischen.
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Die drei Außenmaße eingeben
Breite, Höhe, Tiefe — genau die drei Zahlen, die Sie an der Nische abmessen. Den Abzug der Plattenstärke übernimmt der Rechner.
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Innenaufteilung festlegen
Mittelseiten, Fachböden, Schubladenfronten oder Türen. Fachbreite und Fronthöhe werden bei jedem Schritt neu berechnet und in die Öffnung hinein abgerundet.
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In den Optimierer übernehmen
CSV herunterladen und in die App importieren oder direkt öffnen. Wie viele Platten tatsächlich nötig sind und in welcher Anordnung, sagt der Optimierer.
Welche Bauweise setzt der Rechner voraus?
Ein einziges, durchgängig angewendetes Korpusmodell: Deckel und Boden laufen über die volle Außenbreite, Seiten und Mittelseiten sitzen dazwischen.
Daraus folgen die zwei Formeln, die die ganze Liste bestimmen. Die Seitenhöhe ist die Außenhöhe minus zwei Plattenstärken. Mittelseiten sind genauso hoch, und die Fächer dazwischen teilen sich die lichte Breite, nachdem die Mittelseiten ihre eigene Stärke abgezogen haben.
Bei einem 1600 mm breiten Korpus aus 18-mm-Platte beträgt die lichte Breite 1564 mm. Mit einer Mittelseite bleiben zwei Fächer zu je (1564 − 18) / 2 = 773 mm. Mit zwei Mittelseiten sind es drei Fächer zu je 509 mm — genau das sehen Sie beim Schieben des Reglers neu berechnet.
Dieses Modell ist nicht das einzig richtige. Manche lassen die Seiten durchlaufen und setzen den Deckel dazwischen — dann tauschen die Maße die Rollen. Wenn Ihr Zuschnitt oder Ihre Beschläge die andere Bauweise verlangen, muss die Liste entsprechend umgerechnet werden.
Warum reicht Kopfrechnen nicht?
Weil sich die Abzüge verketten und jede Einstellung alle nachfolgenden Maße verändert.
Bei einem offenen Regal ist es noch einfach: ein Abzug, zwei Zahlen. Sobald eine Mittelseite dazukommt, hängt die Fachbreite von drei Eingaben ab. Kommt eine Schubladenfront hinzu, ergibt sich deren Höhe aus der Fachöffnung und den Fugen, die Stückzahl aus der Zahl der Fächer. Bei einem Schrank hängt das Türmaß gleichzeitig von vier Parametern ab.
Der Rechner hält diese Kette konsistent. Ziehen Sie die Höhe von 450 auf 500 mm, folgen Seite, Mittelseite, Schubladenfronten und Tür gleichzeitig.
Was bedeutet feste und freie Faserrichtung?
Feste Faserrichtung heißt, dass der Optimierer das Teil nicht um 90 Grad drehen darf, weil das Dekor darauf sichtbar ist.
Deckel, Seiten, Schubladenfronten und Türen sind die Sichtflächen des Möbels. Das Plattendekor verläuft in eine Richtung; schneiden Sie ein solches Teil gedreht zu, steht die Maserung sichtbar quer zum Nachbarteil. In der Tabelle sind diese Teile als fest gekennzeichnet.
Fachböden und Mittelseiten liegen überwiegend verdeckt, dort ist das Drehen frei — und das ist keine Kleinigkeit: Drehbare Teile verbessern die Ausbeute spürbar, weil der Optimierer Restflächen freier füllen kann.
| Teil | Sichtbar? | Faserrichtung | Warum |
|---|---|---|---|
| Deckel | Ja, von oben | Fest | Die am besten sichtbare Fläche |
| Seite | Ja, von der Seite | Fest | Die Maserung muss senkrecht laufen |
| Front, Tür | Ja, von vorn | Fest | Durchlaufende Maserung nebeneinander |
| Fachboden | Nur die Kante | Frei | Verdeckt, erlaubt bessere Ausbeute |
| Mittelseite | Nur die Kante | Frei | Verdeckt, erlaubt bessere Ausbeute |
| Rückwand | Nein | Frei | Eigenes Material, zeigt nach hinten |
Häufige Fehler
Die Plattenstärke vergessen. Das Eingangsbeispiel: Sie lassen die Seite auf die volle Außenhöhe schneiden. Zwei 18-mm-Platten addieren 36 mm zur Fertighöhe, und das Möbel passt nicht an seinen Platz. Richtig ist das Maß der Öffnung, nicht das des Möbels.
Die Rückwand in die Korpusliste rechnen. Die Rückwand ist 3–8 mm stark, der Korpus 18 mm. In einer Liste stimmen weder Gesamtfläche noch Plattenbedarf. Der Rechner führt sie deshalb getrennt mit eigener Stärkeangabe.
Schubladenfronten ohne Fuge. Zwischen zwei übereinanderliegenden Fronten und zu den Öffnungsrändern gehört Luft, sonst öffnen sie nicht. Der Rechner lässt an jeder Kante 3 mm und rundet den Rest ab — aufgerundet wären zwei Fronten zusammen breiter als die Öffnung.
Die Schnittfuge vom Teilemaß abziehen. In der Liste stehen Fertigmaße. Die Schnittfuge geht innerhalb der Platte zwischen den Teilen verloren und wird deshalb vom Optimierer behandelt. Ziehen Sie sie vorab ab, wird jedes Teil zu klein.
Wann sollten Sie ihn nicht verwenden?
Wenn es nicht um einen Plattenkorpus geht. Ein Massivholztisch mit Beinen und Zargen, ein gezapfter Rahmen oder eine gerundete Front sind kein Korpus — für sie gilt das Modell nicht, und die Liste wäre sinnlos.
Ebenso wenig, wenn Ihre Teileliste bereits steht und Sie nur noch die Anordnung auf den Platten suchen. Dann ist der Plattenschnitt-Rechner der Einstieg — er geht von Ihrer eigenen Liste aus.
Schubkasten und Beschlagbohrungen fehlen bewusst. Beides hängt vom gewählten Auszug- und Scharniersystem ab und ist herstellerabhängig; eine allgemeine Formel würde hier nur Scheingenauigkeit erzeugen.
Was passiert im Optimierer?
Der Rechner sagt Ihnen, was zu schneiden ist. Der Optimierer sagt, wie — und das ist die teurere Frage.
Die Plattenzahl im Widget teilt die Gesamtfläche durch die Fläche einer Platte. Der Korpus eines TV-Boards mit 1600 × 450 × 400 mm ergibt 1,78 m², eine gängige Möbelplatte mit 2800 × 2070 mm hat 5,80 m² — auf dem Papier reicht also eine Platte deutlich. In der Praxis füllen die Teile die Platte nicht lückenlos, und jeder Schnitt kostet eine Schnittfuge. Die tatsächliche Anordnung, die Reststücke und die Schnittreihenfolge berechnet der Optimierer, mit Ihren Platten und Ihrer Schnittfuge.