Beste kostenlose Schnittlisten-Software 2026 im Vergleich
Die Auswahl an Schnittlisten-Software ist 2026 größer denn je — von einfachen Online-Rechnern bis zu professionellen Desktop-Anwendungen. Für Schreiner und Tischler, die ihre Platten (Egger, Kronospan, Pfleiderer) effizient zuschneiden möchten, stellt sich die Frage: Welches kostenlose Tool liefert brauchbare Ergebnisse, und wo liegen die Grenzen? Dieser Vergleich stellt vier verbreitete Tools vor und bewertet sie nach Kriterien, die in der täglichen Werkstattpraxis zählen.
Was Sie lernen: Vier kostenlose Schnittlisten-Tools im Funktionsvergleich — mit konkreten Stärken, Schwächen und Empfehlungen für verschiedene Anforderungsprofile.
Bewertungskriterien
Für diesen Vergleich haben wir jedes Tool mit derselben Testschnittliste geprüft: 28 Teile aus Egger-Dekor (2800 × 2070 mm), 3,2 mm Schnittbreite, Maserungsrichtung bei 12 Teilen aktiv. Die Kriterien:
- Optimierungsqualität: Wie viele Platten benötigt das Ergebnis? Wie hoch ist der Verschnitt?
- Schnittbreite: Lässt sich die Schnittfuge einstellen?
- Maserungsrichtung: Kann die Maserung pro Teil erzwungen werden?
- Visueller Plan: Gibt es einen druckbaren Schnittplan?
- Restplatten: Können vorhandene Reststücke einbezogen werden?
- Bedienung: Wie schnell ist die Eingabe?
Tool 1: CutOptim
Typ: Web-App (Browser-basiert, keine Installation)
CutOptim ist ein Online-Schnittlisten-Optimierer für 1D- und 2D-Zuschnitte. 2 Durchläufe in den rechteckigen Modi gehen ohne Registrierung; ein kostenloses Konto bringt 3 Optimierungen pro Monat, alle Werkzeuge und das Echtform-Nesting. Eingabe der Teile direkt im Browser, Ergebnis in Sekunden.
Stärken: Schnittbreite einstellbar, Maserungsrichtung pro Teil, visueller Schnittplan mit PDF-Export, Restplatten-Eingabe. Bedienung ist auf Deutsch verfügbar, Plattenformate wie Egger 2800 × 2070 mm sind direkt einstellbar.
Vier Punkte unterscheiden CutOptim in dieser Auswahl:
- Platte, Stange und Kantholz in einem Werkzeug. Die meisten Tools hier optimieren nur Flächen, OptiCut zusätzlich Stangen. CutOptim kennt drei Modi — 2D-Platte, 1D-Linear (Profil, Rohr, Leiste, Betonstahl) und einen Holzmodus, der nach Querschnitt gruppiert. Ein Auftrag mit Korpussen aus Dekorplatte und einem Rahmen aus 50 × 100 braucht damit kein zweites Programm.
- Möbelvorlagen. Fünf Möbelvorlagen (Kleiderschrank, Regal, Unterschrank, TV-Board, Kiste/Würfel) erzeugen die vollständige Teileliste aus den Außenmaßen, inklusive der Rechnung
Innenmaß = Höhe − 2 × Plattendicke, an der die meisten Listen um genau eine Plattenstärke danebenliegen. Für 1D-Aufträge kommen drei Zaunvorlagen hinzu (Lattenzaun, Waagerechter Bretterzaun, Pfosten-Riegel-Zaun). Sie sind in allen Tarifen kostenlos. - Ergebnislink zum Weitergeben. Ein gespeicherter Plan bekommt mit Pro eine eigene Adresse, die Sie an die Werkstatt, den Kunden oder das eigene Telefon schicken. Am anderen Ende ist weder eine Installation noch ein Konto nötig.
- Eine veröffentlichte Messung statt einer Behauptung. Die Benchmark-Seite listet 1.259 öffentliche Testaufträge einzeln auf, darunter akademische Instanzen, bei denen das Optimum bekannt ist; die Rohergebnisse stehen unter CC BY 4.0 zum Herunterladen. Bei den übrigen Werkzeugen dieses Vergleichs haben wir keine vergleichbare, nachprüfbare Veröffentlichung gefunden — was beim Lesen von Herstellerangaben der wichtigere Unterschied ist als jede einzelne Zahl.
Einschränkungen kostenlose Version: 3 Optimierungen pro Monat — die Teilezahl pro Durchlauf ist dabei nicht begrenzt, eine komplette Küche läuft also auch kostenlos in einem Durchlauf. Wer an einem Entwurf mehrfach iteriert, ist mit 3 Durchläufen schnell durch; für den Dauereinsatz hebt ein Pro-Abo diese Grenze auf (unbegrenzte Läufe). Alle Werkzeuge sind dagegen in jedem Tarif mit Konto enthalten, auch im kostenlosen — das persistente Restplatten-Lager, der Kantenband-Rechner, der CNC-Export (DXF/SVG), die Excel-Arbeitsmappe und das Branding inklusive. Pro unterscheidet sich vom kostenlosen Tarif durch unbegrenzte Optimierungen, das Cloud-Speichern von Projekten und Zuschnitten, das Teilen von Plänen per Link und priorisierten Support.
Tool 2: OptiCut
Typ: Desktop-Software (Windows), kostenlose Demoversion
OptiCut von Boole & Partners ist ein Windows-Programm für den Zuschnitt von Platten und Stangen bzw. Profilen. Kostenlos gibt es eine Demoversion zum Herunterladen; die Kaufeditionen sind nach Teilezahl gestaffelt (50, 200 und 500 Teile sowie Pro-Editionen).
Stärken: Platten- und Stangenzuschnitt in einem Programm, Maserungsrichtung, Kantenumleimer, Vorschnitte, Lagerbestände und wiederverwendbare Reststücke, konfigurierbarer ERP-Export und CNC-Postprozessoren.
Einschränkungen: Nur Windows, eine Installation ist nötig. Kostenlos ist lediglich die Demo — welche Grenzen sie hat, nennt die Herstellerseite nicht, und Preise für die Editionen stehen dort ebenfalls nicht. Wer dauerhaft damit arbeiten will, braucht eine der nach Teilezahl gestaffelten Editionen.
Tool 3: CutList Optimizer (cutlistoptimizer.com)
Typ: Web-App (Browser-basiert)
Ein einfacher Online-Rechner für 2D-Plattenzuschnitt. Eingabe von Plattenmaß und Teilen, sofortige Berechnung.
Stärken: Schneller Einstieg im Browser, einfache Oberfläche. Schnittbreite einstellbar, Kantenband, Ausrichtung bzw. Maserung pro Teil, Teileetiketten, Export als PDF und Bild.
Einschränkungen: Kostenlos sind 5 Berechnungen pro Tag, die Teilezahl ist dabei nicht begrenzt (Stand der Prüfung: 9. August 2026); mehr gibt es in den Abos Bronze, Silver und Gold. Einen 1D-Modus für Stangen oder Leisten haben wir nicht gefunden, und exportiert wird nur als PDF oder Bild. Für reine Plattenaufträge gut brauchbar, für gemischte Aufträge mit Stangenmaterial braucht man ein zweites Werkzeug.
Tool 4: Nesting-Funktion in CAD-Software
Typ: Integriert in Programmen wie SketchUp, Fusion 360 oder FreeCAD (über Plugins)
Einige CAD-Programme bieten Nesting-Plugins an, die 2D-Teile auf Platten anordnen. Die Qualität variiert stark je nach Plugin.
Stärken: Direkte Integration in den Entwurfsworkflow, kein Medienbruch zwischen Konstruktion und Zuschnittplanung.
Einschränkungen: Oft keine spezialisierte Optimierung für Guillotine-Schnitte, keine Schnittbreiten-Berücksichtigung, kein Kantenband. Die Ergebnisse sind in der Regel schlechter als bei dedizierter Schnittlisten-Software.
Funktionsvergleich auf einen Blick
| Funktion | CutOptim | OptiCut (Demo) | CutList Optimizer | CAD-Plugin |
|---|---|---|---|---|
| 2D-Plattenoptimierung | Ja | Ja | Ja | Je nach Plugin |
| 1D-Optimierung | Ja | Ja | Nein | Nein |
| Schnittbreite einstellbar | Ja | — | Ja | Selten |
| Maserungsrichtung | Ja | Ja | Ja | Selten |
| Visueller Schnittplan | Ja (PDF) | — | Ja (PDF, Bild) | Ja |
| Restplatten als Material eingeben | Ja | Ja | — | Nein |
| Kantenband | Ja | Ja | Ja | Nein |
| Ohne Installation | Ja (Browser) | Nein (Desktop) | Ja (Browser) | Nein |
Stand der Angaben: 25. September 2026, geprüft auf den Websites der Hersteller; „—“ = nicht geprüft, nicht „fehlt“.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Die Wahl des richtigen Tools hängt von Ihrem Arbeitsprofil ab:
Heimwerker / gelegentlicher Einsatz: Ein einfacher Online-Rechner reicht für 5–10 Teile aus einem Plattenmaterial. Schnittbreite und Maserung sind bei kleinen Projekten weniger kritisch.
Schreiner / Tischler mit regelmäßigen Aufträgen: Sie brauchen Maserungsrichtung, korrekte Schnittbreite und Restplatten-Verwaltung. Bei 20 und mehr Teilen entscheiden diese Funktionen oft über eine oder mehrere Platten — prüfen Sie es mit einer eigenen Schnittliste.
Betrieb mit CNC-Anbindung: Zusätzlich benötigen Sie DXF- oder G-Code-Export. Kostenlose Tools bieten das nicht immer — prüfen Sie es vor der Wahl. Bei CutOptim ist der DXF- und SVG-Export auch im kostenlosen Tarif mit Konto enthalten; G-Code erzeugt CutOptim nicht.
Ein Kriterium fehlt in den meisten Vergleichen und gehört bei Kundenaufträgen nach oben: Wo wird gerechnet? Ein browserbasiertes Werkzeug kann die Optimierung auf dem eigenen Rechner ausführen oder die Teileliste an einen fremden Server schicken — von außen sieht beides gleich aus. Für eine Regalliste ist das gleichgültig. Für die Maße einer Einbauküche mit Kundennamen im Projektnamen ist es das nicht, und im gewerblichen Umfeld wird daraus eine Frage der Auftragsverarbeitung. CutOptim rechnet im Browser; eine Schnittliste, die Sie nicht speichern, verlässt den Rechner nicht. Prüfen Sie das bei jedem Werkzeug, bevor Sie Kundenmaße eintragen — die Antwort steht in der Datenschutzerklärung, nicht in der Funktionsliste.
Kostenlos vs. bezahlt: Wann lohnt sich ein Upgrade?
Die Rechnung ist einfach — ein Rechenbeispiel, keine Messung: Kostet eine Platte 45 € und spart ein Tool pro Auftrag eine davon, sind das bei 15 Aufträgen im Monat 675 € Material. Setzen Sie Ihren eigenen Plattenpreis und Ihre Auftragszahl ein.
Kostenlose Tools sind der richtige Einstieg, um die Vorteile algorithmischer Optimierung kennenzulernen. Für den Dauereinsatz in einer Schreinerei oder Tischlerei empfiehlt sich ein Tool mit den professionellen Funktionen — Maserung, Kantenband, Restplatten und PDF-Export.
Dabei lohnt es sich zu wissen, was eine kostenlose Version eigentlich beschränkt. In der Regel nicht die Qualität der Anordnung: Es läuft derselbe Algorithmus, ein bezahlter Tarif packt die Platte nicht dichter. Begrenzt wird alles, was das Ergebnis wiederverwendbar macht — wie oft Sie rechnen dürfen, ob der Auftrag das Schließen des Browserfensters überlebt, was Sie jemand anderem in die Hand geben können und ob das Reststück von letztem Monat der Software noch bekannt ist. Das erklärt auch, warum ausgerechnet der Kantenband-Rechner bei manchen Anbietern hinter der Bezahlschranke sitzt: Kantenumleimer sind kein Geometrie-, sondern ein Kalkulationsproblem. Das Programm muss wissen, welche Kante welchen Teils bekantet wird, und das anschließend nach laufendem Meter summieren — eine Funktion für die Angebotserstellung, nicht für den Zuschnitt. Bei CutOptim ist das anders: Alle Werkzeuge — auch der Kantenband-Rechner, die Exporte sowie das Reststück- und das Materiallager — sind in jedem Tarif mit Konto kostenlos. Der kostenlose Tarif begrenzt die Zahl der Optimierungen pro Monat (3) und speichert keine Projekte in der Cloud; ein Pro-Abo bringt unbegrenzte Läufe, Cloud-Speichern und das Teilen per Link.
Der ehrliche Test ist deshalb nicht, welche Funktionen gesperrt sind, sondern welche davon Sie in diesem Monat bereits umgangen haben. Denselben Unterschrank dreimal neu einzugeben, weil die Sitzung weg war, ist ein Kostenpunkt. Ein PDF zu exportieren und die Plattenzahl von Hand ins Angebot zu tippen, ist ein Kostenpunkt. Ist beides nicht vorgekommen, tut die kostenlose Version genau das, was sie soll.
Pro-Tipp: Testen Sie CutOptim mit Ihrer realen Schnittliste aus dem letzten Auftrag. Vergleichen Sie die Plattenzahl mit Ihrem bisherigen Ergebnis — die Differenz zeigt Ihnen direkt, wie viel Material Sie pro Auftrag sparen können.
Trends 2026: Was sich verändert
Drei Entwicklungen prägen den Markt für Schnittlisten-Software 2026:
Browser-first: Immer mehr Tools laufen im Browser statt als Desktop-Installation. Vorteil: Kein Download, kein Update, Zugriff von jedem Gerät.
Bessere Algorithmen: Die Optimierungsqualität steigt durch verbesserte Heuristiken und mehr Rechenleistung. Gute Werkzeuge lassen sich heute daran messen, dass sie ihre Ergebnisse offenlegen — an veröffentlichten Testaufträgen statt an Werbeangaben.
Integration: Schnittlisten-Software wächst mit CAD- und ERP-Systemen zusammen. Der Weg vom Entwurf über die Schnittliste zum Plattenzuschnitt wird durchgängiger.
Testen Sie CutOptim mit Ihrer eigenen Schnittliste — direkt im Browser
Keine Registrierung nötig · 2 kostenlose Läufe ohne Konto, danach 3 pro Monat mit kostenlosem Konto
Kostenlos optimierenHäufig gestellte Fragen
Reicht kostenlose Schnittlisten-Software für den professionellen Einsatz?
Worauf sollte ich bei der Wahl einer Schnittlisten-Software achten?
Begrenzen kostenlose Schnittlisten-Tools die Teilezahl?
Kann kostenlose Software die Bekantung mitrechnen?
Ist browserbasierte Software für vertrauliche Entwürfe sicher?
Verwandte Inhalte
Bereit, Ihre Zuschnitte zu optimieren?
2 kostenlose Läufe ohne Konto, danach 3 pro Monat mit kostenlosem Konto
App öffnen