Fliesenrechner: Verlegeplan, Zuschnitte & Kartons
Fliesenrechner für Boden oder Wand: legt Ihre Fliese im Verlegemuster, nummeriert jeden Zuschnitt, zeigt die erste Reihe und die nötigen Kartons.
Wer Fliesen nur über die Quadratmeter berechnet, kennt ungefähr die Menge. Dass oben am Fliesenspiegel ein zwei Zentimeter schmaler Streifen übrig bleibt, dass die Fuge die Fensterbank um eine halbe Fliese verfehlt oder dass ein Karton 13 Fliesen enthält und nicht 15, verrät diese Zahl nicht. Das ist der Unterschied zwischen einer Menge und einem Fliesen-Verlegeplan.
Dieser Fliesenrechner legt Ihre Fliese im gewählten Muster auf Ihren Boden oder Ihre Wand, nummeriert jeden Zuschnitt, zeigt, aus welcher Fliese er kommt und wo die erste Reihe beginnt, und macht daraus eine Bestellliste in Kartons.
Das Beispiel beim Laden ist eine Badwand von 3,00 × 2,40 m mit einem Fenster von 0,90 × 1,10 m (1,05 m von der linken Ecke, Brüstung 1,10 m), dazu die Agrob Buchtal Area Pro Wandfliese 30 × 60 cm aus dem Katalog (Werkmaß 297 × 597 mm, 3 mm Fuge aus dem Datenblatt), Kreuzfuge mit der langen Seite waagerecht und 3 mm Schnittbreite. Ergebnis: 18 ganze Fliesen und 36 Zuschnitte aus 26 Fliesen — zu kaufen sind 44 Fliesen, 21,6 % Verschnitt, 4 Kartons (9,36 m², 96 kg). Die Unterkante der ersten ganzen Reihe liegt 226,5 mm über dem Boden, die erste senkrechte Fuge 300 mm von der linken Ecke — so trifft eine Fuge die Wandmitte. Der schmalste Zuschnitt ist 73,5 mm breit.
Wie benutzt man den Fliesenrechner?
Boden oder Wand wählen
Einen Boden als Rechteck oder L-Form, mit Randfuge, wenn Sie an den Wänden eine lassen. Eine Wand über Breite und Höhe des Fliesenspiegels; Fenster, Tür, Wanne oder Duschtasse kommen als Öffnungen mit Größe und Lage dazu. Der Umriss erscheint mit seinen Maßen, während Sie tippen.
Fliese wählen
Markt und Produkt wählen: Werkmaß, Mindestfuge und Karton-Inhalt stammen aus dem Herstellerdatenblatt, mit dem Datum, an dem wir es gelesen haben. Oder Fliesenlänge, Fliesenbreite und Fuge selbst eingeben, dazu die Fliesen pro Karton, wenn Sie sie kennen.
Verlegemuster wählen
Kreuzfuge, Verband (½, ⅓ oder ¼ Versatz), Fischgrät oder Flechtverband, parallel zur Kante oder unter 45°. Dazu Ihre Schnittbreite und, wenn Sie wollen, ein kleinster Zuschnitt und eine Reserve für Bruch. An der Wand können Sie die Höhe der Startreihe festlegen und eine Fuge oder die Mitte einer Fliese auf die Mittellinie der Wand oder eines Fensters legen.
Plan lesen und bestellen
Berechnen drücken. Der Plan zeigt jeden Zuschnitt mit Nummer; „Welches Stück aus welcher Fliese” zeigt die Schnitte auf jeder Fliese; darunter folgen die Maße zum Anzeichnen, die Bestellliste und ein CSV-Export.
Fischgrät-Fliesen: warum der Verschnitt nicht pauschal ist
Beim Fischgrätmuster endet an einer geraden Wand fast jede Fliese schräg; am Rand entstehen Dreiecke und Trapeze. Ein pauschaler Aufschlag ist deshalb nur eine Schätzung. Der Rechner zeichnet jedes dieser Stücke, prüft, welche zwei aus einer Fliese geschnitten werden können, und nennt den Verschnitt, der sich daraus für Ihren Raum ergibt — auf dem Boden aus der FAQ 15,8 % für Fischgrät unter 45° gegen 7,4 % für die Kreuzfuge.
Fischgrät und Flechtverband brauchen außerdem eine Fliese, deren Länge ein ganzes Vielfaches der Breite samt Fuge ist. Eine 30 × 60 Fliese ist selten genau doppelt so lang wie breit; der Rechner setzt das lange Raster deshalb auf 2 × (Breite + Fuge) und sagt, wie breit die Stoßfugen dadurch werden. Geht das bei einer Fliese nicht, meldet er es, statt ein Muster zu legen, das sich nicht schließt.
Wie legt der Rechner die Fliesen?
Auf dem Werkmaß plus Ihrer Fuge. Der Formatname (30 × 60, 60 × 60) ist ein Nennmaß; liegen wird das Werkmaß aus dem Datenblatt. Das Raster ist dieses Maß plus Fuge, deshalb stimmen Schnittmaße und Stückzahl mit dem überein, was Sie verlegen.
Vom besten Startpunkt aus. Wo das Muster beginnt, entscheidet, wie die Ränder geschnitten werden. Der Rechner probiert eine feste Auswahl an Startpunkten — Fuge oder Fliese mittig auf der Mitte der Fläche, an einer Ecke ausgerichtet und ein Raster über eine Musterwiederholung — und reiht sie in dieser Reihenfolge:
- die wenigsten Stücke schmaler als Ihr kleinster Zuschnitt, falls Sie einen eingegeben haben;
- die wenigsten Streifen und Stücke, die zu schmal zum Schneiden sind (unter 10 mm);
- gegenüberliegende Ränder gleich geschnitten;
- die wenigsten Randstücke unter zwei Dritteln einer Fliese;
- die wenigsten Fliesen.
Das sind Vorlieben, keine Garantien: Vermeidet kein Startpunkt ein schmales Stück, behält der beste es, und das Ergebnis listet die schmalsten Stücke auf. An der Wand sind Boden, Oberkante des Fliesenspiegels, Fensterbank und Sturz alles Ränder; die Reihen werden an jedem davon gemessen. Dieselbe Eingabe ergibt immer denselben Plan.
Mittig ausrichten. Bei Kreuzfuge und Verband legen Sie den Start quer zur Wand fest: eine Fuge oder die Mitte einer Fliese liegt genau auf der Mittellinie der Wand oder eines Fensters. Fischgrät und 45°-Verlegung haben keine geraden Fugenlinien, die sich so legen lassen; dort gleicht der Rechner die Zuschnitte auf beiden Seiten der Linie aus.
Anzeichnen. Bei Kreuzfuge und Verband nennt das Ergebnis zwei Maße zum Anfangen: die Höhe der Unterkante der ersten ganzen Reihe und die Lage der ersten senkrechten Fuge. Eine eigene Höhe geben Sie ein, wenn eine Fuge auf der Linie der Fensterbank liegen soll.
Aus welcher Fliese kommt welcher Zuschnitt?
Die meisten Randstücke brauchen keine eigene Fliese.
- Rechteckige Stücke — an einer Kante parallel zum Muster — werden wie Teile auf einer Platte auf ganze Fliesen verteilt, mit Ihrer Schnittbreite dazwischen.
- Schräge Stücke — Fischgrät oder 45°-Verlegung an einer geraden Kante — entstehen mit einem geraden Schnitt. Zwei davon kommen aus einer Fliese, wenn beide samt Schnittbreite hineinpassen; der Rechner prüft das exakt.
- Alles andere — ein zweimal geschnittenes Stück oder eines um eine Ecke — bekommt eine eigene Fliese, und der Rechner sagt, wie viele.
Kartons und Bestellliste
Fliesen werden kartonweise verkauft. Die Bestellliste rundet die Fliesenzahl samt Ihrer Bruchreserve auf ganze Kartons auf und nennt die Fläche, die Sie tatsächlich kaufen. Paletten und Gewicht erscheinen nur, wenn das Herstellerdatenblatt sie nennt; ein Wert, der dort fehlt, bekommt keine Zeile. Bei jedem Katalogprodukt steht, aus welchem Datenblatt es stammt und wann wir es gelesen haben.
Der Rechner erfindet kein Maß. Nennt ein Datenblatt keine Mindestfuge, fragt er nach Ihrer. Ein allgemeiner Formatname ist ein Name, keine Messung: für einen genauen Plan das Werkmaß vom Karton als eigene Fliese eingeben.
Welche Regeln gelten in Deutschland?
Der Rechner plant die Aufteilung der Fliesen. Untergrund, Verlegeverfahren, Fugen und Bewegungsfugen regeln Normen, Merkblätter und die Verlegehinweise des Herstellers; wir nennen sie und schreiben sie nicht ab.
- DIN 18352:2019-09 (VOB/C, Fliesen- und Plattenarbeiten), bei DIN Media.
- DIN 18157-1 und -2:2017-04 (Ausführung keramischer Bekleidungen im Dünnbettverfahren), bei DIN Media.
- Merkblatt „Bewegungsfugen in Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten” (2019-08) und Merkblatt „Großformate” (2019-08) des Fachverbands Fliesen und Naturstein im ZDB.
- DIN EN 14411:2016-12 — Nennmaß, Werkmaß und Fuge keramischer Fliesen.
- Die Verlegehinweise des Herstellers für die gewählte Fliese.
Der Rechner prüft weder Untergrund noch Abdichtung oder Bewegungsfugen. Welcher Aufbau zu Ihrem Raum passt und wo Bewegungsfugen hingehören, klären Sie mit dem Hersteller oder Ihrem Fliesenleger.
Häufige Fehler
Mit dem Formatnamen rechnen. Eine 30 × 60 Fliese misst nicht 300 × 600 mm. Wer mit dem Nennmaß plant, verschiebt die Fugen in jeder Reihe; an einer langen Wand wird daraus am Ende ein sichtbarer Versatz.
Mit einer ganzen Fliese in der Ecke beginnen. Die Ecke sieht sauber aus, an der gegenüberliegenden Wand bleibt ein schmaler Streifen. Den Start so verschieben, dass beide Ränder gleich geschnitten werden.
Für jedes Muster denselben Verschnitt ansetzen. Kreuzfuge, Verband und Fischgrät schneiden denselben Raum verschieden. Das Muster legen, das Sie verlegen werden, und erst dann die eigene Bruchreserve dazurechnen.
Lose Fliesen nachkaufen. Fliesen kommen in Kartons und Kartons aus Produktionschargen. Auf ganze Kartons aufrunden und alle aus einer Charge kaufen, damit der Farbton gleich ist.
Wann ist der Rechner nicht das richtige Werkzeug?
Bei Rundungen — der Umriss besteht nur aus geraden Seiten. Bei Sechsecken, Chevron oder Mosaikmatten, die noch nicht abgedeckt sind. Wenn Sie das ganze Bad in einem Plan wollen: diese Seite plant einen Boden oder eine Wand auf einmal. Und immer dann, wenn es um Untergrund oder Abdichtung geht — das entscheiden Normen und Hersteller, nicht ein Verlegeplan.